Spatializing Justice fordert Architekt*innen auf, mit ihren Entwurfen aktiv gegen gebaute Ungleichheit in der architektonischen und planerischen Praxis Stellung beziehen. Mit 30 kurzen, manifestartigen Texten - Bausteine fur eine neue Architektur - ist Spatializing Justice ein praktisches Handbuch fur die Auseinandersetzung mit sozialer und wirtschaftlicher Ausgrenzung im stadtischen Raum und fordert dazu auf, Konzepte zu erarbeiten, die von der Neudefinition urbaner Infrastruktur bis zur Sanierung generischer Einfamilienhaussiedlungen in den Vororten reichen. Diese Bausteine erfordern eine erweiterte Praxis, die es Architekt*innen ermoglicht, neuen Formen des Zusammenlebens raumliche Gestalt zu geben. Das bewusste Infragestellen bestehender ausgrenzender Praktiken kann experimentelle Ansatze jenseits formaler Parameter fordern - Architekt*innen sollten sich dabei nicht nur als Gestalter*innen von Dingen, sondern von gesellschaftlichen Prozessen verstehen, die Eigentum und Besitz hinterfragen und neue Forschungsfelder sowie Orte fur Interventionen erschließen. Wie es in einem der Texte heißt: »die Fragen mussen anders gestellt werden, wenn wir andere Antworten wollen«.
Der Architekt und Stadtplaner Cruz und und die Politologin Forman sind Professoren an der University of California und die Grunder von ESTUDIO TEDDY CRUZ + FONNA FORMAN, ein Planungsburo und Laboratorium an der Schnittstelle von Politik und Architektur. Sie leiten eine Vielzahl von urbanen Forschungsvorhaben und zivilgesellschaftlichen Interventionen in der Grenzregion San Diego-Tijuana und daruber hinaus.